Das DSC-Schadstofflexikon

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Acetaldehyd

Acetaldehyd entsteht bei unvollständiger Verbrennung sowie als Produkt des menschlichen Stoffwechsels, das sich in der Ausatemluft befindet. Durch den sehr intensiven Geruch ergibt sich ein Richtwert für geruchliche Innenraumbelastungen von maximal 200 µg/m3.

Es konnten folgende Wirkungen im Tierversuch festgestellt werden: Reizungen der Schleimhäute der Luftwege, Respirationsstörungen, Augentränen, Nasensekretion und Speichelsekretion.

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Acenaphthen

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK).

Acenaphthen wird unter den Bedingungen der Steinkohlenteerdestillation aus dem im Rohteer zu 2 % enthaltenen Acenaphthylen durch Hydrierung gebildet. Verwendung großtechnisch zur Herstellung von Naphthalsäureanhydrid.

Bei Mäusen und Ratten: keine karzinogene Wirkung.

Vorkommen:

Steinkohlebergbau, Gaswerke, Kokereien, Mineralölverarbeitung, Herstellung von organischen Chemikalien, Herstellung von Farbstoffen.

 

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

 DNAPL in Boden und Grundwasser – Verhalten von LCKW und PAK-Ölen

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Aceton

Vertreter aus der Gruppe der Ketone. Aceton findet als Lösemittel in Lacken, Farben, Klebern sowie in Lackentfernern und Nagelreinigern Verwendung. Typische Symptome bei erhöhten Werten in der Innenraumluft sind Schleimhautreizungen im Nasen- und Augenbereich.

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ADI-Wert (Acceptable Daily Intake)

Der Begriff ADI wurde von der WHO eingeführt und bezeichnet die Menge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht, die ein Verbraucher ohne erkennbares risiko auch bei lebenslager Belastung mit der angegebenen Tagesdosis zu sich nehmen kann.
Die Werte für die duldbare Aufnahmemenge ergeben sich nach der Ermittlung der „höchsten Dosis ohne beobachtbare Wirkung“ (No Observed Effect Level – NOEL) und der Festlegung eines Sicherheitsfaktors (SF) durch die Division beider Größen.

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Aldehyde

Organische Verbindungen, die durch die R-C(=O)H-Gruppe charakterisiert sind, wobei R Wasserstoff oder ein aliphatischer, aromatischer oder heterocyclischer Rest sein kann. Während Formaledhydals der einfachste Vertreter gasförmig ist, sind die Aldehyde mit mehr als zwei Kohlenstofftomen farblose, brennbare Flüssigkeiten. Aldehyde dienen als Verdünner, Glanzverbesserer und Reinigungsmittel. Sie sind u.a. Bestandteile in Lacken, Klebern und Druckfarben. 

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Aldrin

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Stoff aus der Gruppe der HKW, Untergruppe SCKW

Vertreter aus der Gruppe: „Dreckiges Dutzend“.

 

Die Reinsubstanz ist ein weißer, kristalliner, geruchsloser Feststoff. Sehr gut löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Benzol und Xylol.

Aldrin ist temperaturstabil und reagiert nicht mit anorganischen und organischen Basen und schwachen Säuren. In Gegenwart von Oxidationsmitteln erfolgt oxidative Epoxidierung unter Bildung von Dieldrin. Aldrin ist biologisch nicht leicht abbaubar.

Die Herstellung von Aldrin erfolgt durch Umsetzung von Cyclopentadien mit Acetylen und nachfolgender Reaktion des gebildeten Dicylcloheptadiens mit Hexachlorcyclopentadien. Diese Dien-Synthese ist die Grundlage für die Herstellung weiterer Cyclodien-Insektizide. Technisches Aldrin enthält u. a. 3,5 % andere polychlorierte Hexahydrodimethanonaphthaline, 0,5 % Chlordan, 0,2 % Hexachlorcyclopentadien, 0,6 % Hexachlorbudadien, 0,5 % Octachlorcyclopenten, 0,1 % Hexachlorethan, 0,1 % Bicycloheptadien, 0,3 % Toluol. Die Verwendung als Pflanzenschutzmittel ist in der Bundesrepubilk Deutschland verboten.

Schadwirkung und Umweltverhalten:

Bei chronischen Expositionen wirkt Aldrin vorzugsweise auf das ZNS. Die Ergebnisse bisheriger tierexperimenteller Untersuchungen zur Karzinogenität sind widersprüchlich. Eine eindeutige Bewertung des karzinogenen Risikos ist gegenwärtig nicht möglich. Bei der Applikation hoher Dosen sind in menschlichen Lymphocyten-Zellen Chromosomen-Abberationen festgestellt. Die vermutete mutagene Wirkung der Kombination Aldrin / Dieldrin wird im Ames-Test nicht bestätigt. Zu beachten ist, dass bei metabolischer Dehalogenierung von Dieldrin ein mutagen aktiver Metabolit entsteht. Bei Hamstern und Ratten wurden teratogene Wirkungen festgestellt.

Aldrin wird im Organismus schnell resorbiert und bei Warmblütern innerhalb von 12 – 24 Stunden zu Dieldrin transformiert. Dieldrin ist durch eine hohe Persistenz und geringe Exkretionsraten charakterisiert. Als Metabolite wurden weiterhin nachgewiesen: 12.Hydroxy-Dieldrin, Aldrin-Dicarbonsäure, Pentachlorketon. Schädigungen des ZNS gehören zu den maßgeblichen toxischen Effekten bei Aldrin-Expositionen.

Aldrin ist für Fische und andere Wasserorganismen hoch toxisch. In Oberflächengewässern werden bei Konzentrationen von 1 ppm Verminderungen des Phytoplanktongehaltes um bis zu 85 % in 4 Stunden beobachtet. Das Algenwachstum wird bereits bei Konzentrationen zwischen 0,01 bis 0,1 ppm Aldrin beeinflußt. Die oxidative Umwandlung u. a. durch Bodenmikroorganismen und Pflanzen ist mit einer Verstärkung der Toxizität verbunden. Das gebildete Dieldrin ist stabiler und durch eine erhöhte Biokonzentrations- und –akkumulationstendenz charakterisiert. Im Hinblick auf Schadwirkungen beim Aldrineinsatz ist die große Wirkungsbreite gegenüber Insektenpopulationen zu beachten (stark bienentoxisch).

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Akarazide 

Gehören zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Unter dem Begriff Akarizide werden Wirkstoffe zusammengefaßt, die hauptsächlich der Bekämpfung von pflanzenschädigenden Milben (Acarina) dienen.
Als Akarizide werden u. a. Nitrophenole (z. B. 2-Methyl-4,6-dinitrophenol), Nitrophenolester (z. B. 2-(1-Methylheptyl)-4,6-dinitrophenyl-crotonat), Sulfide, Sulfone oder Sulfonsäureester (z. B. p-Chorphenyl-2,4,5-trichlorphenyl-sulfid) eingesetzt.

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Akute Toxizität

Die akute Toxizität charakterisiert die Giftigkeit eines chemischen Stoffes nach einmaliger Applikation.

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Algizid

Algenbekämpfungsmittel, z. B. Kupfersulfat, Triethanolam in EDTA, Gluconsäuren und Kaliumpermanganat (Anwendung in Aquarien und Teichen).
Als Algizide in Schwimmbädern eignen sich Chloramin T., Chlorkalk, Calciumhypochlorit und Natriumdichlorcyanurat.

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Aliphatische Kohlenwasserstoffe   siehe  Kohlenwasserstoffe

Aliphate ist die Sammelbezeichnung für organische Verbindungen, deren C-Atome in geraden oder verzweigten Ketten angeordnet sind, im Gegensatz zu den isocyclischen Verbindungen, bei denen die C-Atome Ringe bilden (Benzol-Ringe). Damit werden die aliphatischen Verbindungen den acyclischen Verbindungen gleichgesetzt, deren Untergruppen die Alkane, Alkene u. Alkinesind. Aliphatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Hexan, Oktan, Dekan, Dodekan) sind häufig verwendete Lösemittel, die z.B. in Terpentinersatz, Petroleum, Klebern, Lacken, Farben sowie Kunststoffmaterialien (PVC) enthalten sind und aus diesen Stoffen ausgasen können.

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Alkane   siehe  Kohlenwasserstoffe

Alkane (Paraffine) sind Aliphatische Kohlenwasserstoffe, die nur Einfachbindungen enthalten (=gesättigte KW). Sie sind im allgemeinen reaktionsträge.

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Alkene   siehe  Kohlenwasserstoffe

Alkene (Olefine) sind Aliphatische Kohlenwasserstoffe, die mindestens eine Doppelbindung enthalten (= ungesättigte KW). Wegen der Doppelbindung sind Alkene reaktionsfreudiger als Alkane.

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Alkine   siehe  Kohlenwasserstoffe

Alkine sind Aliphatische Kohlenwasserstoffe, die mindestens eine Dreifachbindung zwischen den Kohlenstoffatomen enthalten. Sie sind noch reaktionsfähiger als Alkene.

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Alkohole

Gruppe organischer Verbindungen, die durch eine oder mehrere OH-Gruppe(n) gekennzeichnet ist. Alkohole sind Zellgifte und führen bei stärkerer Aufnahme zu Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Atemlähmung. Einer der wichtigsten Alkohole ist Ethanol.

Verwendung:

Lösemittel, Brennstoffe, Kraftstoffzusätze, Genussmittelzusatz, Herstellung weiterer Chemikalien (Ester, Ether, Alkene) sowie von Kosmetika, Sprengstoffen und Schmiemitteln.

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Ames-Test

Von Ames et al. entwickelte Methode zum Nachweis der Karzinogenität einer chemischen Verbindung über ihre Mutagenität.

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Anilin

Ölige, farblose (frisch destilliert) bis braune Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch. Anilin ist in den meisten organischen Lösungsmitteln löslich. Anilin ist eine schwache Base und bildet mit starken Mineralsäuren Salze. Mit Alkali- und Erdalkalimetallen erfolgt eine Reaktion unter Bildung entsprechender Metallanilide (Wasserstoffentwicklung). Kupfer- und Kupferverbindungen werden korrodiert. Anilin ist brennbar und leicht biologisch abbaubar.

Verwendung:

Ausgangsstoff für die Synthese von Farbstoffen (Anilinfarben), Pharmazeutika, Isocyanatkunststoffen, Kautschukchemikalien, Photochemikalien und u. a. Cyclohexylamin. Die Herstellung von Anilin erfolgt vorzugsweise durch katalytische Hydrierung von Nitrobenzol. Sowohl in der anilinherstellenden als auch –verarbeitenden Industrie ist insbesondere mit Abwasserkontaminationen zu rechnen.

Schadwirkung:

Chronische Expositionen können zu Schädigungen des Nervensystems, zu Methämoglobinämie sowie hämolytischen Veränderungen führen. Im Ames-Test ist Anilin nicht mutagen. Bei Mäusen ist keine karzinogene Wirkung festgestellt. Vergleichbare Experimente an Ratten zeigten keine signifikanten Ergebnisse. Epidemiologische Studien lassen keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Krebshäufigkeit und Anilinexposition erkennen.

Anilin ist ein starkes Blut- und Nervengift. Aufnahmewege sind der Respirations- und Verdauungsstrakt sowie die Hautresorption. Im Warmblüterorganismus erfolgt eine oxidative Transformation zu Arylhydroxylamin (indirekter Methämoglobinbildner). Weiterhin erfolgt die Metabolisierung über Aminophenol bzw. entsprechende Konjugate; in Fischen unter Bildung von Ammoniak. Bei akuten Intoxikationen kommt es zu graublauen Verfärbungen der Haut (Cyanose) mit ausgesprochen euphorischen Zuständen.

Leber- und Nierenschädigungen sind nachgewiesen. Anilin kann durch eine mittlere Biokonzentrationstendenz charakterisiert werden. Eine Bioakkumulation ist nicht nachgewiesen. In aquatischen Systemen ist die Toxizität von Anilin gegenüber Wasserorganismen zu beachten. Toxische Grenzkonzentrationen wurden für Algen mit etwa 10 mg l-1 ermittelt. Anilin wird von einigen Bodenorganismen als Kohlenstoffquelle genutzt.

Umweltverhalten:

Auf der Grundlage physikalisch-chemischer Eigenschaften ist bei Anilineinträgen in die Umwelt mit folgender annähernden Kompartimentalisierung zu rechnen:

Hydrosphäre:                         etwa 82 %

Pedosphäre:                          etwa 14 %

Atmosphäre:                          etwa   3 %

 

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Anoxie

Blutleere oder Minderdurchblutung (Durchblutungstörung) eines Gewebes infolge unzureichender oder fehlender arterieller Blutzufuhr. Wird bedingt durch Einengung bzw. Verschluß der Gefäßlichtung oder durch Gefäßkrampf oder durch Abschnürung einer Arterie. Führt zu Sauerstoffmangel mit Abblassung, Abkühlung u. Volumenabnahme der betroffenen Gewebe. 

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Antagonismus

Die toxische Wirkung von zwei oder mehreren Stoffen wird als antagonistisch bezeichnet, wenn sie geringer ist als die Summe der Einzelwirkungen.

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Anthracen  

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

In reinstem Zustand fluoresziert Anthracen violett. Anthracen ist Bestandteil des Steinkohlenteers (0,5 - 2 %). Zwischenprodukt zur Herstellung von Anthrachinon und Farbstoffen. Anthracen ist weder toxisch noch karzinogen.

 

Vorkommen in Gewerbebranchen:

Steinkohlenbergbau, Gaswerke, Kokereien, Mineralölverarbeitung, Herstellung von Lacken und Farben.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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anthropogen

vom Menschen verursachte Einflüsse auf die Umwelt, z.B. die Zerstörung der Ozonschicht in der Erdatmosphäre durch FCKWs.

Antimon (Sb)

Antimon ist ein weitverbreitetes Element, das in der Regel zusammen mit Schwefel und Arsen vorkommt. Ungefähr 0,0001 Gew.% der obersten 16 km Erdkruste bestehen aus Antimon. Das wichtigste Antimonerz ist der in schwarzen nadelförmigen Kristallen auftretende rhombische Antimonglanz mit 71,7 % Antimon. Hauptsächlich beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen gelangt es in die Umwelt.

Verwendung:

Als Legierungs-Bestandteil für Blei- und Zinnlegierungen. Reinstes Antimon findet in der Halbleitertechnik Verwendung. Antimonverbindungen werden in kosmetischen und medizinischen Präparaten verwendet. Hauptsächlich organische Antimonverbindungen werden als Parasitizide eingesetzt, die in der Tropenmedizin (Darmbilharziose) verwendet werden.

Vorkommen in Gewerbebranchen:

NE-Metallhütten, NE-Metallumschmelzwerke, Metallgießereien, Oberflächenveredelung, Härtung von Metallen, Herstellung von Batterien, Akkumulatoren, Herstellung von organischen Chemikalien, Herstellung von Farben und Lacken, Herstellung von Munition und Explosivstoffen, Herstellung von Glas, Herstellung und Verarbeitung von Papier und Textilien, Verarbeitung von Gummi, Kunststoffen und Asbest.

Schadwirkung und Umweltverhalten:

Antimonverbindungen sind sehr giftig. Das Vergiftungsbild entspricht etwa dem einer akuten Arsenikvergiftung. Für anorganische Verbindungen liegen die oralen LD50-Werte bei Ratten, Mäusen und Kaninchen bei einigen hundert mg/kg. Beim Menschen liegt die letale Dosis bei etwa 100 mg/kg. Antimon verhält sich toxikologisch ähnlich wie Arsen und Wismut. Dreiwertige Verbindungen sind etwa zehnmal giftiger als fünfwertige. Da Antimon und die meisten seiner Verbindungen schwer löslich sind, scheint es kaum Verwitterungs- und Wasserbelastungsprobleme zu geben.

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AOX

Abkürzung für: Adsorbierbare organische Halogenverbindungen.

AOX ist kein Schadstoff sondern ein Messwert für Halogenierte Kohlenwasserstoffe. Das X steht für die Halogene (Fluor, Chlor, Brom, Jod, Astat). Halogenorganische Verbindungen stellen eine große Belastung für die Umwelt dar. Sie treten in Gewässern, Böden, Industrie- und Hausmüll, Altöl usw. auf, sind meist sythetischen Ursprungs und besitzen in ihrer Mehrzahl toxische Wirkungen, teilweise liegt Karzinogenität vor. Gelangen Organohalogene über die Nahrung oder Atmung in den menschlichen Körper, reichern sie sich aufgrund ihrer Fettlöslichkeit dort an und werden in der Regel nur geringfügig abgebaut. Die Kenntnis der Konzentrationen dieser Schadstoffe ist deshalb für die Beurteilung der Beeinträchtigung der Umwelt von großer Bedeutung.

Der Parameter AOX ist ein Summenparameter. Bei der Bestimmung werden die organischen Verbindungen aus dem Wasser über eine Adsorption an Aktivkohle angereichert und gleichzeitig von störenden anorganischen Komponenten abgetrennt. Die mit den organischen Wasserinhaltsstoffen beladene Aktivkohle wird im Sauerstoffstrom bei etwa 1.000°C verbrannt. Bei diesem Vorgang – Mineralisation genannt – werden die organisch gebundenen Halogene zu den entsprechenden Halogenwasserstoffen umgesetzt. Die gebildete molare Menge an Halogenwasserstoff wird erfaßt und als „adsorbierbares organisch gebundenes Halogen“ AOX (X = Cl, Br, J) berechnet als Cl angegeben.

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Aphizide

Von lat. aphis = Blattlaus abgeleitete Bezeichnung für Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse.

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Aromatische Kohlenwasserstoffe

Aromatische Kohlenwasserstoffe kommen z.B. in Treibstoffen, Klebern, (Nitro-) Lacken, Verdünnern und vielen anderen Produkten vor. Stellvertretend für diese Stoffgruppe stehen die Verbindungen Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol, so dass die aromatischen Kohlenwasserstoffe auch als BTEX bezeichnet werden.

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Arsen (As)

Arsen tritt als Spurenelement in der Erdkruste auf, so z. B. in Steinkohlen und im Meerwasser. Die Weltproduktion an Arsen und –verbindungen wird jährlich auf etwa 60.000 t geschätzt. Der Arsengehalt der Erdkruste wird mit ca. 2 mg/kg angegeben. Die sich von der drei- bzw. fünfwertigen Form ableitenden Arsenit- bzw. Arsenationen entsprechen den in biologischen Strukturen am häufigsten nachweisbaren Bindungsformen des Arsens.

Vorkommen in Gewerbebranchen:

Arzneimittelherstellung, Bergbau/ Hüttenwesen, Druckereitechnik, Lederwarenherstellung, Sprengstoffindustrie; außerdem ist Arsen Bestandteil von Klärschlämmen sowie Schädlingsbekämpfungs- und Desinfektionsmitteln.

Schadwirkung:

Die Toxizität von Arsen und seinen Verbindungen ist unterschiedlich. Metallisches Arsen und schwer lösliche Sulfide sind fast ungiftig, während 3-wertiges Arsen hoch giftig ist. Anorganische Arsenverbindungen sind im allgemeinen toxischer als organische. Arsenite werden in Biosystemen schneller resorbiert als Arsenate und damit auch besser in Organstrukturen dispergiert. Beim Einatmen von Arsendämpfen werden Schleimhautreizungen, Lungenödeme, Störungen der Nieren- und Leberfunktionen verursacht. Eine Vergiftung äußert sich in Hautreizungen, Kopfschmerzen oder sogar in Tumorbildung. Unter dem Aspekt der Spätschadenswirkungen wird Arsen (insbesondere Arsenate) als karzinogen suspekt bzw. karzinogen eingestuft. Im Tierexperiment sind bei Ratten embryonale Effekte nachgewiesen.

Umweltverhalten:

Neben dem Eintrag von Arsen in die Atmosphäre sind arsenhaltige Abwässer der herstellenden und verarbeitenden Industrie eine wesentliche Kontaminationsquelle für Umweltstrukturen. Die Verteilung von Arsen in Umweltstrukturen erfolgt vorzugsweise in aquatischen Systemen und im Boden. Im Wasser überwiegt unter oxidativen Bedingungen das Vorkommen der Arsenate (Oxidationsstufe 5+), während beispielsweise in den Sediment-Wasser-Grenzschichten unter reduzierenden Bedingungen vorzugsweise Arsenit (Oxidationsstufe 3+) gebildet wird. Vergleichbare Verhältnisse sind sowohl in reduzierenden bzw. in oxidierenden Böden anzutreffen. Arsenate werden in Böden relativ schnell an Eisen- und Aluminiumhydroxide adsorbiert. Damit verbunden ist einerseits eine Verminderung der Perkolationsfähigkeit und –geschwindigkeit von Arsenationen, zum anderen resultiert ein geringere Verfügbarkeit für Biosysteme (z. B. Pflanzen). 

Sanierungsbedürftige Boden- und Grundwasserverunreinigungen sind bekannt und können Aufwendungen in Millionenhöhe erfordern.

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Arzneimittel (Pharmaka)

Arzneimittel oder Pharmaka sind laut Arzneimittelgesetz (AMG) Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind, um:

Ø       Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen,

Ø       Krankheitserreger, Parasiten oder körperfremde Stoffe abzuwehren, zu beseitigen oder unschädlich zu machen,

Ø       die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu erkennen oder zu beeinflussen,

Ø       vom menschlichen oder tierischen Körper erzeugte Wirkstoffe oder Körperflüssigkeiten zu ersetzen (§ 2 Abs. 1 AMG).

Außerdem gelten als Arzneimittel z. B. Gegenstände, die ein Arzneimittel nach § 2 Abs. 1 AMG enthalten oder auf die ein solches Arzneimittel aufgebracht ist und die dazu bestimmt sind, dauernd oder vorübergehend mit dem menschlichen oder tierischen Körper in Berührung gebracht zu werden (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 AMG).

Die europäische Definition des Arzneimittelbegriffes findet sich in Artikel 1 Nr. 2 der Richtlinie 2001/83/EG, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2004/27/EG vom 31. März 2004. Danach sind Arzneimittel a) alle Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder zur Verhütung menschlicher Krankheiten bestimmt sind („Präsentationsarzneimittel“), oder b) alle Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die im oder am menschlichen Körper verwendet oder einem Menschen verabreicht werden können, um entweder die menschlichen physiologischen Funktionen durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen oder eine medizinische Diagnose zu erstellen („Funktionsarzneimittel“).

Einteilung der Arzneimittel (nach gesetzlichen Gesichtspunkten)

Ø       Frei verkäufliche AM (auch in Drogerien erhältlich)

Ø       Apothekenpflichtige AM (z.B. Aspirin®)

Ø       Verschreibungs- oder Rezeptpflichtige AM (z.B. Antibiotika)

Ø       Verschreibungspflichtige Betäubungsmittel (z.B. Morphin)

Die Zahl der Arzneimittel hat sich in 2005 weiter reduziert. Das bekannte deutsche Arzneimittelverzeichnis „Rote Liste“ enthält zurzeit 8.829 Präparateeinträge. Darunter befinden sich viele nur selten verwendete Mittel. Nach Auswertungen der GKV entfallen 90 Prozent der ärztlichen Verordnungen auf nur 1.900 Arzneimittel. Die Zahl der angebotenen Arzneimittel wird oft übertrieben dargestellt: Wird z.B. nicht nur das einzelne Produkt, sondern jede Darreichungsform und Wirkstärke gesondert gezählt, kann man zu Größenordnungen von 40.000 Arzneimitteln oder mehr gelangen. Diese Zählweise ist jedoch in anderen Ländern nicht üblich und eignet sich daher nicht zu Vergleichen.

Von 1998 bis 2005 hat sich der Umsatz mit Arzneimitteln weltweit etwa verdoppelt. Sowohl von der Größe als auch von der Dynamik her ist der US-amerikanische Markt führend. Von 2001 bis 2004 stieg der Umsatz auf dem US-Markt mit rund 33 Prozent deutlich schneller als die übrigen Märkte – 2005 liegt die Zunahme des USMarktes erstmals unter dem Schnitt der übrigen Industrieländer.
Der Weltmarktanteil Deutschlands ist von 5,2 Prozent im Jahr 1998 auf 3,2 Prozent im Jahr 2005 gesunken (bei konstantem Wechselkurs). Mit einem Volumen von rund 26 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 ist Deutschland im internationalen Vergleich der drittgrößte Markt für Arzneimittel.

Arzneimittelrückstände in der Umwelt

Arzneimittel sind aufgrund ihrer Bestimmung in der Regel biologisch hochaktive Stoffe, die selbst oder als Metabolite (Stoffwechselprodukte) in der Umwelt bei entsprechenden Konzentrationen zu Schäden führen können. Durch verbesserte Analysetechniken werden seit etwa Mitte der 1990er Jahre vermehrt Arzneimittel oder deren Rückstände in Oberflächen-, Grund- und Trinkwässern nachgewiesen. Eintragsquellen in die Umwelt ist neben den Ausscheidungen (Urin, Kot) von Mensch und Tier auch das Wegwerfen ungebrauchter Arzneimittel.

In Grund- und Trinkwässern wurden folgende Arzneimittel in geringen Konzentrationen festgestellt:

Acetylsalicylsäure

Ethinylestradiol

Arnidotrizoesäure

Gemfibrozil

Bezafibrat

Ibuprofen

Carbamazepin

Iopamidol

Clofibrinsäure

Iopromid

Diazepam

Phenazon

Diclofenac

Roxitromycin

Erythromycin

Sulfamethoxazol

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Asbest  

Der Name Asbest kommt aus dem Griechischen und bedeutet ,,unauslöschlich,ewig". Dies ist ein Hinweis auf die Langlebigkeit, die Asbest hat. Asbest ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe in der Natur vorkommender, mineralischer Silikatfasern mit feinsandiger Struktur und hervorragenden physikalischen und chemischen Eigenschaften. Einige dieser Eigenschaften sind zum Beispiel Nichtbrennbarkeit, Beständigkeit gegen Fäulnis und Korrosion, geringe elektrische Leitfähigkeit, geringe Wärmeleitfähigkeit, große Elastizität und Zugfestigkeit, hohe Adsorptions- und Isolierfähigkeit. Asbest wurde aufgrund dieser Eigenschaften seit der Jahrhundertwende in circa 3.500 verschiedenen Anwendungsbereichen technisch genutzt. Die wichtigsten Produkte sind Asbestzement, Asbestgummi, Asbestkunststoffe, Asbestbitumen, Isoliermaterialien, Pappen, Filter, Dichtungsringe und feuerfeste Gewebe.

Bei den verschiedenen Asbestarten wird zwischen Amphibolasbesten und Serpentinasbesten unterschieden . Zu den Amphibolasbestarten gehört zum Beispiel der sogenannte ,,Blauasbest" (Krokydolithasbest) und der sogenannte ,,Braunasbest" (Amositasbest). Der einzige Vertreter der Serpentinasbeste ist der sogenannte ,,Weissasbest" (Chrysotilasbest). 

Die Asbestfaser kann sich in immer kleinere Fasern aufspalten bis hin zu monokristallinen Fasern, die so leicht und klein sind, dass sie als schwebender Staub eingeatmet werden können. Die Fasern der Amphibolasbeste sind spröde und brüchig. Amphibolasbeste, insbesondere der Blauasbest, zeigen eine besonders auffällige Längsspaltbarkeit in sehr feine Fasern mit Durchmessern von weniger als 3/1000 Millimeter. Die Menge und Feinheiten der dünnen Asbestfasern nimmt mit der Beanspruchung und der Verwitterung des Asbestproduktes zu.

Schadwirkung und Umweltverhalten:

Grundsätzlich geht von Asbestfeinstaub, insbesondere in Innenräumen, eine Gesundheitsgefahrdung aus, insbesondere dann, wenn hohe Spitzenkonzentrationen von Asbestfasern möglich sind. Asbest kann Krebs der Atmungsorgane, des Brust- und Bauchraumes und eine sonst sehr seltene Krebsform des Rippen- und Bauchfells, das Mesotheliom, hervorrufen. Von der Exposition bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen in der Rege mehrere Jahrzehnte. Das Risiko steigt mit der Dauer der Belastung und mit deren Intensität. Wegen der langen Latenzzeit sind daher besonders Kinder und Jugendliche gefährdet. Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge muss die Faserabgabe in die Raumluft daher unterbunden und die Belastungskonzentration minimiert werden.

Durch Einatmen von asbeststaubbelasteter Luft gelangen feinste Asbestfasern tief in die Lungen und bleiben dort an den Lungenbläschen haften. Diese Asbestfasern durchstoßen und reizen das Lungengewebe, so dass es schon nach kurzer Einwirkungszeit zu Reaktionen des Lungengewebes kommen kann.

Bei der Asbestose, auch Asbeststaublunge genannt, wird aktives Lungengewebe zerstört, dieses vernarbt im Laufe der Zeit. Es kommt zu vermehrtem Bindegewebswachstum. Folge für die Betroffenen ist eine Verhärtung der Lunge und damit eine zunehmende Einschränkung des Atemvolumens. Asbestose kann Ausgangspunkt für die Entstehung von Lungenkrebs sein. Für die Asbestose sind langfristige hohe Expositionen erforderlich. Diese Erkrankung tritt daher überwiegend in der asbestver- und bearbeitenden Industrie auf.

Eine andere Krankheitsform ist das Mesotheliom des Rippen- und Bauchfells. Dies sind meist bösartige Tumore, hervorgerufen durch Asbestfasern, die das Lungengewebe durchstoßen haben. Das empfindliche Gewebe des Rippen- und Bauchfells kann nach einer Latenzzeit von 15 - 40 Jahren mit Krebsgeschwülsten reagieren.

Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung kann für Asbest nicht angeleitet werden, d.h. es gibt keinen Schwellenwert für unbedenkliche Konzentrationen. Bei Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen muss sichergestellt werden, dass die asbesthaltigen Produkte nur durch fachlich autorisierte Personen mit sachkundigem Aufsichtführenden (gemäß TRGS 519 Nummer 5.4 ) ausgebaut und entsorgt werden. Dabei sind die gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien einzuhalten. Für den Umgang mit Asbest und asbesthaltigen Gefahrstoffen bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten gelten insbesondere die technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 51.

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Atrazin

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide. 

Atrazin ist ein weißes, kristallines Pulver. Unter Normalbedingungen und in trockenem Zustand ist die Substanz stabil. In wässriger Lösung erfolgt pH-abhängig Hydrolyse unter Substitution des Chloratoms und Bildung des inaktiven Hydroxyatrazins. Die Substanz ist nicht korrosiv. Atrazin ist biologisch nicht leicht abbaubar. Die Herstellung von Atrazin erfolgt durch Umsetzung von Cyanursäurechlorid mit Ethylamin und Isopropylamin. Die Reaktion erfolgt sukzessive in Tetrachlormethan.

Schadwirkung:

Bei viermonatiger inhalativer Exposition tolerieren Ratten Dosen bis zu 18 mg/m³/d ohne sichtbare Anzeichen einer Intoxikation. Im 2-Jahre-Test mit Ratten und Hunden wurde ein no effect levelvon 100 ppm bzw. 150 ppm ermittelt. Tierexperimentell ist keine mutagene und teratogene Wirkung festgestellt. 100 ppm führen bei Ratten zu Schädigungen des reproduktiven Systems. Zur Karzinogenität sind keine Angaben verfügbar. In aquatischen Organismen ist eine Bioakkumulation festgestellt.

Umweltverhalten:

Atrazin ist unter Umweltbedingungen durch eine relativ große Persistenzcharakterisiert. Die Hydrolysehalbwertszeit ist pH-abhängig und beträgt etwa 80 d bei pH 3 (20°C) und etwa 10.000 d bei pH 7 – 9 (20°C). Bei pH 11 werden 50 % Wirkstoff in 90 d hydrolysiert. Generell ist das Triazingrundmolekül durch eine relativ große Stabilität gegenüber physikalischen und chemischen Transformationen charakterisiert, was auch auf die Reaktionsfähigkeit unter Umweltbedingungen zutrifft. Die geringe Wasserlöslichkeit und der niedrige Dampfdruck, verbunden mit geringer Flüchtigkeit, deuten auf eine verminderte Mobilität in und zwischen Hydro-, Pedo- und Atmosphäre hin. Sorptionskoeffizient und Biokonzentrationsfaktor lassen eine mittlere Bio- und Geoakkumulationstendenz erwarten.

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