Das DSC-Schadstofflexikon

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Background Level

Unter einem Hintergrundwert versteht man eine Konzentration eines Stoffes, wie sie für natürliche Medien (z. B. Boden, Wasser, Luft) in der entsprechenden Region vorliegt. Erhöhungen dieser Werte werden vor allem durch menschliche Aktivitäten ausgelöst. Durch Umwelteinflüsse verschiedenster Art werden die natürlichen Background Level überschritten. Als Beispiele werden erhöhte Rußgehalte der Lift durch Dieselkraftstoff in verkehrsreichen Regionen oder erhöhte Blei-Konzentrationen des Bodens durch Bleihütten genannt.

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Bakteriostatika

Bezeichnung für Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder verhindern. Hierzu gehören Antibiotika wie Gramicidin, Chloramphenicol und Sulfonamide. Kennzeichnend für Bakteriostatika ist (im Gegensatz zu den Bakteriziden), dass das Bakterienwachstum nach Entfernung der Bakteriostatika wieder einsetzt.

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Bakterizide

Bezeichnung für Stoffe mit bakterienabtötender Wirkung. Im Unterschied zu den Bakteriostatika setzt nach Entfernung der Bakterizide das Wachstum und die Vermehrung der Bakterienzellen nicht wieder ein. Als Bakterizide werden u. a. Phenole, Kresole und Tenside eingesetzt.

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Benz(a)anthracen

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

Benz(a)anthracen fluoresziert grüngelblich. Ist im Steinkohlenteer enthalten. Benz(a)anthracen kann Hautkrebs hervorrufen und ist im Tierversuch karzinogen. 7, 12-Dimethyl-Benz(a)anthracen und 7,8,12-Trimethyl-Benz(a)anthracen sind die stärksten bekannten Karzinogene.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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Benzaldehyd

Benzaldehyd findet man in Parfümerie- und Toilettenprodukten sowie in Autoabgasen. Typische Symptome bei erhöhten Werten in der Innenraumluft sind Schleimhautreizungen im Nasen- und Augenbereich.

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Benz(a)pyren

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

Benz(a)pyren (Abk.: BaP) ist ein gelblich kristalliner Feststoff. Unter Normalbedingungen ist BaP stabil. BaP ist eines der am längsten bekannten und bestuntersuchten Karzinogene und gilt als der Prototyp der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. BaP kommt im Steinkohlenteer vor und entsteht als Produkt unvollständiger Verbrennung organischer Substanzen, z. B. in Auto- und Industrieabgasen, im Zigarettenrauch, in Grillprodukten aus dem Rauch von Holzkohle.

Schadwirkung:

Die karzinogene Wirkung von BaP ist in differenzierten Tierexperimenten festgestellt. Permanente Zugabe von geringen Dosen führen bei exponierten Mäusen zu Tumorbildung. 50 oder 100 mg/kg BaP führen im Fütterungsversuch bei Ratten über 122-197 d zur Bildung von Magentumoren. 240 mg/kg zwischen 11. bis 15.d der Trächtigkeit appliziert wirken bei Mäusen teratogen. Bei Fischen konnten ebenfalls Tumorbildungen bei BaP-Expositionenen festgestellt werden.

Die Benz(a)pyren-Aufnahme kann inhalativ, über die intakte Haut oder den Magen-Darmtrakt erfolgen. Eine Exkretion über das Leber-Galle-System ist festgestellt. BaP wird durch oxidative Leberenzyme (Cytochrom-P-450) im Sinne einer Aktivierung zu reaktiven Epoxiden transformiert. Diese sind zur Reaktion mit DNA- oder RNA-Makromolekülen befähigt und ursächlich verantwortlich für die karzinogene, mutagene und teratogene Aktivität. Darüber hinaus kommt es im Verlauf der Metabolisierung zur Bildung von Dihydrodiolen, phenolischen Körpern oder Chinonkörpern.

Umweltverhalten:

Das Verhalten von Benz(a)pyren in abiotischen und biotischen Umweltstrukturen wird insbesondere durch die geringe Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit sowie durch die mit einer hohen Lipophilie verbundenen Bio- und Geoakkumulationstendenz bestimmt. In der Atmosphäre wird die Substanz ebenso wie andere PAK vorzugsweise an Festpartikel (Schwebstaub) adsorbiert und transportiert. Die Sorptionskapazität der Feststoffe ist maßgeblich von ihrer Größe abhängig. Die Adsorption erfolgt bevorzugt an Partikelgrößen < 5 µm. Die Mobilität in aquatischen Systemen wird durch eine hohe Sorptionstendenz an Sedimente beeinflußt.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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Benz(b)fluoranthen

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

Benz(b)fluoranthen sind farblose, nadelförmige Kristalle. Eine eindeutige Aussage zur Mutagenität ist infolge differenzierter Testergebnisse nicht möglich. Im Tierversuch wird bei Dosen von 40 mg/kg über eine karzinogene Wirkung berichtet. Der Biokonzentrationsfaktor weist auf eine relativ hohe Bioakkumulationstendenz hin.

Das Verhalten von Benzo(b)fluoranthen in abiotischen und biotischen Umweltstrukturen wird vor allen Dingen durch die geringe Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit sowie die mit einer hohen Lipophilie verbunden Bio- und Geoakkumulationstendenz bestimmt. Die hohen Sorptionskoeffizienten weisen darauf hin, dass einerseits der Transport des Stoffes in der Atmosphäre durch Adsorption an Festpartikel erfolgt, andererseits die Mobilität in Hydro- und Pedosphäre durch eine hohe Sorptionstendenz eingeschränkt ist.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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Benz(ghi)fluoranthen

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

Gelbe nadelförmige Kristalle mit grüngelblicher Fluoreszenz. Im mikrobiologischen Kurzzeit-Test (Ames-Test) ist die Substanz mutagen. Zur Teratogenität sind keine Ergebnisse verfügbar. Bei Hautapplikation (Mäusen) wirkt die Substanz nicht karzinogen. Die verfügbaren Daten gestatten keine eindeutige Beurteilung der genotoxischen Wirkung.

Eine extrem niedrige Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit verbunden mit hoher Lipoidlöslichkeit und einer hohen Bio- und Geoakkumulationstendenz bestimmen das Verhalten von Benz(ghi)fluoranthen in Umweltmedien. Die Sediment- bzw. Bodensorptionskoeffizienten können im Bereich von 105 – 107 erwartet werden.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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Benz(k)fluoranthen

Gehört zu: Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (Abk.: PAK). 

Gelbe nadelförmige Kristalle. Benz(k)fluoranthen ist photolysestabil unter Normalbedingungen. Die Substanz ist im mikrobiologischen Kurzzeittest (Ames-Test) in Gegenwart eines exogenen metabolischen Systems mutagen. Zur Teratogenität liegen keine Untersuchungsergebnisse vor. Bei Hautapplikation sind im Tierexperiment verschiedentlich karzinogene Effekte nachgewiesen.

Benz(k)fluoranthen ist durch eine extrem niedrige Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit charakterisiert. Die damit verbundene Lipoidlöslichkeit und der Verteilungskoeffizient deuten auf eine ausgeprägte Bio- und Geoakkumulationstendenz des Stoffes in der Umwelt hin. Stoffdepots in Hydro- und Pedosphäre sind zu erwarten.

Siehe auch:

Migrationsverhalten von PAK in Grundwasserleitern

Hinweise für die Anwendung von MNA bei sanierungsbedürftigen Grundwasserverunreinigungen durch PAK

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Benzol

Benzol ist ein Vertreter der BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol) und gehört somit zu den leichtflüchtigen Aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Farblose, stark lichtbrechende Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch. Benzol brennt mit stark rußender Flamme. Gummi und Kautschuk werden gelöst. Beim Fließen von Benzol kommt es zu elektrostatischen Aufladungen; Entzündungsgefahr bei Entladung. Benzol enthält geringe Mengen Thiophen. Benzol ist leicht biologisch abbaubar.

Benzol ist der Grundkörper einer Vielzahl aromatischer Verbindungen. Die Gewinnung erfolgt entweder durch die Aufarbeitung der bei der Erdölraffination anfallenden Kohlenwasserstoffgemische oder nach der Reppe-Synthese aus Acetylen. In geringem Umfang wird Benzol durch Destillation von Steinkohlenteer gewonnen. Die Anwendungsbreite ist eine maßgebliche Ursache für Benzolkontaminationen der Umwelt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass durch Verbrennungsprozesse fossiler Energieträger jährlich weltweit etwa 400.000 t Benzol in die Atmosphäre emittiert werden und dass Treibstoffe jeglicher Art ebenfalls Benzol enthalten (die geschätzte globale Treibstoffmenge enthält etwa 25 – 30 Mio. t Benzol).

Verwendung:

Benzol wird als Extraktions-, Lösungs- und Reinigungsmittel verwendet. Hauptverwendungszweck ist die organische Synthese von Anilinfarbstoffen, Alkylbenzolen, Nitrobenzolen, Chlorbenzolen, Styrol, Phenol, Insektiziden, Nylon und anderen Kunststoffen.

Schadwirkung:

Schädigungen des blutbildenden Systems, speziell des Knochenmarks und des Kapillarsystems, Degenerationserscheinungen der Leber, Niere, Milz sowie Störungen des reproduktiven Systems sind Folgen chronischer Intoxikationen. Bei Ratten wurde über 4 Monate ein no effect level von 30 ppm, bei der Maus über 10 Wochen von 10 ppm ermittelt.

Toxikologische Experimente und epidemiologische Studien weisen auf Zusammenhänge zwischen Benzolexposition und dem Auftreten von Leukämie hin. Mutagene Wirkung ist in verschiedenen Kurzzeittests nachgewiesen, ausgenommen bei Bakterien. In vitro sind in menschlichen Lymphozyten, in vivo bei Mäusen Chromosomenaberrationen nachgewiesen. Bei inhalativer Exposition sind teratogene Effekte bei Mäusen, bei Dosen von mehr als 50 ppm fetotoxische Wirkungen festgestellt.

Bei inhalativer Aufnahme wird Benzol schnell resorbiert. Geringe Mengen werden abgeatmet. Der Metabolismus erfolgt in der Leber unter Bildung von Phenol und –konjugaten mit schließender Exkretion über den Urin (in etwa 24 h). Die metabolische Bildung von Hydrochinon und Catechol ist ebenfalls festgestellt. Physiologisch wirkt Benzol als ein starkes Gift, wobei das Gefährdungsrisiko chronischer Intoxikationen höher ist als das akuter Intoxikationen. Kurzzeitige Einwirkung von 4.000 ppm führen nur zur Narkose. Infolge der guten Lipoidlöslichkeit kommt es zur Passage der Blut-Hirn-Schranke und zur Benzolkonzentrierung im Gehirn. Bei Hautresorptionen kommt es zu Löseerscheinungen der natürlichen Fettschicht und zu Reizerscheinungen. Biokonzentration in Körpergeweben ist festgestellt.

Umweltverhalten:

Der hohe Dampfdruck ist neben der Wasserlöslichkeit eine maßgebliche Ursache für die Mobilität und Dispersionstendenz von Benzol in Hydro- und Atmosphäre. Die Verbindung ist oxidativ mikrobiologisch schnell metabolisierbar. Die Halbwertszeit in der Atmosphäre von weniger als 1 d bis zu 2 d (50 %ige Mineralisierung) weist auf eine geringe Persistenz hin. Die Sorptionstendenz in Böden wird maßgeblich bestimmt vom Gehalt an organischem Kohlenstoff. Infolge seiner Toxizität sowie der Wasser- und Lipoidlöslichkeit gehört Benzol zu den wassergefährdenden Stoffen. Wasserpflanzen werden bereits bei Konzentrationen von 10 mg l-1 geschädigt.

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen -

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Beryllium (Be)

Silberweißes, glänzendes, hartes Metall. Im Wasser praktisch unlöslich, in verdünnten Mineralsäuren unter Salzbildung und Wasserstoffentwicklung löslich. Beryllium zeichnet sich durch geringe Dichte bei relativ hoher Festigkeit, relativ hohen Schmelzpunkt, spezifischer Wärme und Wärmeleitfähigkeit, Oxidationsbeständigkeit und guter Durchlässigkeit für Röntgenstrahlen aus. In saurer Lösung bildet es Kationen der Oxidationsstufe 2+, bei pH >8 können Anionen in Form komplexer Verbindungen gebildet werden.

In der Umwelt nachgewiesene Kontaminationen können natürlichen Ursprungs (Gesteinsverwitterung, vulkanische Aktivitäten u. a.) oder anthropogen bedingt sein. Die Erdkruste enthält durchschnittlich 3 ppm (bis zu 300 ppm) Beryllium.

In seinen Eigenschaften ist Beryllium dem Aluminium vergleichbar. Die jährliche globale Produktion an Beryllium und –verbindungen wird mit etwa 3.000 bis 4.000 t angegeben. Bei Verbrennungsprozessen werden jährlich etwa 8.000 t Beryllium weltweit emittiert. Die in den letzten 50 Jahren anthropogen genutzte Berylliummenge wird auf etwa 10.000 t geschätzt. Etwa 5.000 t des Spurenelements zirkulieren schätzungsweise in biologischen Kreisläufen.

Verwendung:

Kerntechnik, Flugzeug- und Raketenbau, Röntgentechnik und Metallurgie.

Schadwirkung:

Langzeitexpositionen sind mit der Anreicherung von Beryllium in den Knochen und der Leber verbunden. In der Leber gespeichertes Beryllium wird relativ schnell remobilisiert und ebenfalls in den Knochen abgelagert. Bei inhalativer Aufnahme erfolgt nur eine sehr langsame Ausscheidung über die Lunge. Im allgemeinen Exkretion über die Niere. Chronische Intoxikationen manifestieren sich in Enzymaktivitätsveränderungen (z.B. alkalische Phosphatasen, ATPase, DNA-Polymerase). Die Latenzzeit kann bei chronischer Aufnahme mehr als 5 Jahre betragen. Sowohl bei inhalativer als auch direkter Aufnahme durch Injektion können Lungentumore und Knochenkrebs auftreten. Dem gegenüber ist bei oraler Applikation keine karzinogene Wirkung festgestellt. Ergebnisse epidemiologischer Studien liegen nicht vor. Beryllium gilt als potentiell mutagen und teratogen.

Differenzierte Organschädigungen (Herz, Niere, Leber, Lunge), Aktivitätsveränderungen von Leberenzymen, Ablagerung in Knochengewebe verbunden mit hohen Speicherungsraten und geringer Mobilität, Anreicherung in Lungengewebe, DNA-Schädigungen sind wesentliche toxische Wirkungen bei Berylliumexpositionen. Die Exkretion erfolgt vorzugsweise über die Niere. Biokonzentration in Knochen- und Lungengewebe.

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Bishenol A (BPA, 2-2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan

Das Molekül besteht aus zwei phenolischen Ringen, die mit ihren polymerisationsfähigen OH-Gruppen die Stoffeingenschaften bestimmen. Die Wasserlöslichkeit beträgt 120-300 mg/l. Dampfdruck und Henry Konstante sind niedrig. Wasser/Oktanol-Verteilungskoeffizient mit 2,2 – 3,8 relativ hoch.

Bisphenol A wird als Weichmacher bei der Herstellung von Kunststoffen (z.B. für Plastikschüsseln, Babyfläschchen) und Epoxydharzlacken (z.B. für Konservendosenbeschichtungen) verwendet. Weiterhin findet sich Bisphenol A in Beschichtungen Kronkorken, in weiße Zahnfüllungen, in Innenbeschichtungen von Metallohren, in Polycarbonaten und Epoxiden. Derivate des Bisphenol A werden als Flammschutzmittel eingesetzt. Bisphenol A gilt als eine der wichtigsten und meistproduzierten Chemikalien weltweit. Die Produktionsmenge von Bisphenol A lag 1995 in Deutschland bei 210.000 t.

Es hat eine östrogenähnliche Wirkung und steht im Verdacht gesundheits- und erbgutschädigend zu sein. Es stört nicht nur Sexualentwicklung, sondern auch Gehirnentwicklung bei Mäusen.

Bisphenol A ist biologisch gut, abiotisch kaum abbaubar. Neigung zur Adsorption an organisches Material. Bisphenol A wurde in einigen 10er µg/l in Deponiesickerwässern und in geringen Konzentrationen in Oberflächengewässern nachgewiesen (Rhein Elbe).

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Blausäure   (siehe auch Bophal)

Farblose Flüssigkeit mit bittermandelartigem Geruch. In wässriger Lösung wirkt Blausäure schwach sauer. Beim Erwärmen neigt die Verbindung zur spontanen Polymerisation und wird deshalb mit Oxalsäure oder Schwefeldioxid stabilisiert. Infolge des relativ hohen Dampfdruckes ist reine Blausäure stark flüchtig. Im Brandfalle ist die Bildung von Stickoxiden zu beachten. Blausäure ist sehr giftig und leicht entzündlich. Die Verwendung von Blausäure als Pflanzenschutzmittel ist in der Bundesrepublik Deutschland nur für bestimmte Anwendungen zugelassen.

Großtechnisch kann Blausäure durch verschiedene Verfahren hergestellt werden. Neben der katalytischen Umsetzung von Ammoniak und Methan bei 1.000 – 1.400°C ist die katalytische Reaktion von Kohlenmonoxid und Ammoniak bei 700°C oder die Umsetzung von Kohlepulver mit Ammoniak möglich. Die Pyrolyse von Zuckerrübenmelasse dient ebenfalls der Blausäuregewinnung. Emissionen erfolgen über die Abwässer oder Abgase der Herstellerbetriebe sowie der weiterverarbeitenden Betriebe. Als weitere Emittenten sind Kokereien, Gaswerke, Mineralölraffinerien und cyanidverarbeitende Betriebe wie Härtereien und galvanotechnische Betriebe zu beachten.

Die Salze der Blausäure heißen Cyanide. Alkalicyanide werden vorzugsweise durch Neutralisation von Blausäure mittels Natron- oder Kalilauge hergestellt. Calciumcyanid entsteht als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Kalkstickstoff durch Azotierung von Calciumcarbid. Cyanidhaltige Abwässer und Schlämme entstehen vor allen Dingen bei der Elektroplattierung (Verkupfern, Verzinken, Vernickeln). Infolge der Löslichkeit der Cyanide befindet sich der Cyanidgehalt von Galvanikschlämmen insbesondere im Schlammwasser.

Verwendung:

Blausäure wird u. a. zur Schädlingsbekämpfung in geschlossenen Räumen verwendet. Sie ist Zwischenprodukt bei der Herstellung von Monomeren wie Acrylnitril, Methymethacrylat, Adipinsäurenitril, Cyanurchlorid sowie zur Synthese von Cyaniden, Farbstoffen und verschiedenen Chelatbildnern.

Schadwirkung:

100 – 150 ppm inhalativ wirken beim Menschen innerhalb von 30 – 60 Min. tödlich; 200 – 500 ppm innerhalb weniger Minuten. Blausäure wird sehr schnell über den Respirations- und Verdauungstrakt sowie die Haut resorbiert. Blockade intrazellulärer Atmungsenzyme (Cytochromocidase), Anoxie, Schädigungen des ZNS (Atemzentrum) sind Folgen von Blausäurevergiftungen. Die unbegrenzte Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit charakterisieren die Mobilität von Blausäure in Umweltstrukturen. Hohe Toxizität gegenüber Biosystemen.

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Blei (Pb)

Blei ist ein an frischen Schnittflächen bläulich glänzendes, an der Luft grau anlaufendes Schwemetall. Als Elemant der IV Hauptgruppe des Periodensystems liegt Blei in seinen chemischen Verbindungen in den Oxidationsstufen 2+ und 4+ vor, wobei die vierwertige Verbindung stabiler ist. Von allen anorganischen Bleiverbindungen besitzen Blei-(II)-sulfid und Blei-(II)-oxid die geringste Wasserlöslickkeit. In der Erdkruste kommt Blei in reiner Form zu einem nur sehr geringen Prozentanteil vor. Abgebaut werden leicht reduzierbare Bleiverbindungen, wie beispielsweise Bleiglanz (wichtigstes Bleiminral).

Verwendung:

Hüttenindustrie, Batterieherstellung, elektronische Industrie, Farbherstellung, Glas- und Kunsttoffindustrie sowie in Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Schadwirkung:

Blei als Metall und alle seine Verbindungen wirken toxisch, wobei organische Bleiverbindungen giftiger als anorganische sind. Das Blei lagert sich u.a. in der Knochensubstanz ab. Akute Bleivergiftungen (zeigen sich durch Erbrechen, Koliken und können zum Tod führen) treten nur bei Aufnahme sehr hoher Dosen, also äußerst selten, auf. Ständige Bleiaufnahme führt zu chronischen Erkrankungen; das können Störungen des Blutkreislaufsystems, des Immunsystems, der Psyche, der Fortpflanzungsorgane und des Darmes sein.

Blei gehört zu den Spurenmetallen, deren natürlicherweise vorhandener „Background Level“ durch anthropogene Aktivitäten stark beeinflusst wird. Industrie, kommulaler Sektor und Landwirtschaft sind die maßgeblichen Emissionsquellen. Früher wurde eine organische Bleiverbindung namens Bleitetraethyl als Antiklopfmittel in Benzinen verwendet, wodurch eine maßgebliche Umweltbelastung entstand. In aquatischen Systemen wird die Löslichkeit des Bleis duch pH, eH (Redoxpotential) und den Salzgehalt des Wassers bestimmt. Ahnlich wie Quecksilber kann Blei in aquatischen oder terrestrischen biologischen Ketten angereichert werden. Besonders Wasserorganismen sind durch ein hohes Bleispeicherungsvermögen ausgezeichnet.

Umweltverhalten:

Hängt maßgeblich von der vorliegenden Pb-Verbindung ab. (Anorganische Salze, Organische Komlexe). Unterschiedliche Bodenqualitäten beeinflussen die Pb-Aufnahme durch die Wurzeln. Grundsätzlich kann Pb bei niedrigen pH-Werten eher mobilisiert werden, so dass dann eine größere Gefahr für eine Grundwasserverunreinigung gegeben ist.

Sanierungsbedürftige Boden- und Grundwasserverunreinigungen sind bekannt und können Aufwendungen in Millionenhöhe erfordern.

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Bleitetraethyl

Farblose, ölartige, schwere Flüssigkeit mit angenehm süßlichem Geruch. Im Handel meist unter Beimischung von Farbstoffen. Bei normalen Temperaturen ist die Verbindung an der Luft beständig. Bei Temperaturen über 100°C Zersetzung unter Bildung von Bleioxid.

Verwendung:

Früher Antiklopfmittel für Treibstoffe (verbleites Benzin). Seit einigen Jahren durch Methyl-Tert-Butyl-Ether (MTBE) ersetzt.

Schadwirkung:

Bleialkylverbindungen werden schnell in Körperflüssigkeiten resorbiert. Die Akkumulation in Leber und Niere sowie die große Affinität zum Knochengewebe bedingen eine nur langsame Exkretion mit dem Urin. Bleialkylintoxikationen verlaufen nicht chronisch, sondern in Form einer akuten toxischen Psychose, die zum Tode führt. Die Passage der Blut-Hirn-Schranke verursacht rasche Schädigungen der Hirnfunktionen. Die Plazentapassage von Bleialkylverbindungen ist verbunden mit Schädigungen des fetalen bzw. embryonalen Organismus. Ein maßgebliches toxisches Prinzip der Verbindungen ist u. a. die Blockierung der Zellatmung durch Hemmung von Enzymwirkungen.

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Bioallethrin

Gehören zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Bioallethrin zählt zum Pyrethroidtyp I (ohne alpha-cyano Gruppe) und ruft Symptome wie Muskelzittern, Übererregbarkeit, Störungen der Bewegungskoordination, Krämpfe und Kontakt-Dermatitis hervor. Die Symptome ähneln einer DDT - Vergiftung. (siehe auch Pyrethroide).

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Bodensorptionskoeffizient Koc

Der Bodensorptionskoeffizient Koc beschreibt die potentiellen Bindungskräfte eines Stoffes gegenüber dem Boden. Werte über 1.000 zeigen eine relativ hohe Immobilität eines Stoffes im Boden an, Werte unter 100 zeigen eine relativ niedrige Mobilität des Stoffes im Boden an.

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Bophal

In der Nacht vom 2. zum 3. Dezember 1984 kam es in einer Fabrikationsanlage der Union Carbide im zentralindischen Bophal aufgrund unzulänglicher technischer Gegebenheiten und menschlichem Versagen zu einer Gasexplosion, bei der Methylisocyanat austrat. In den ersten Stunden nach dem Unglück suchten 90.000 Menschen ärztliche Hilfe infolge von Augenverätzungen, verbrennungsähnlichen Hauterscheinungen, Kehlkopfreizungen und Atemnot. Die Zusammensetzung der Gaswolke war zunächst unklar. Allerdings wurde von Herstellerseite erklärt, dass es sich um das Reizgas Methylisocyanat handeln würde. Zunächst war zweifelhaft ob auch Blausäure freigesetzt worden ist, dies wurde zunächst angenommen später aber vehement bestritten. Dennoch gab es deutliche Hinweise auf eine Blausäure-Freisetzung in die Umgebung (kirschrote Farbe des Blutes sowie der spezifische Geruch der Lungen nach bitteren Mandeln bei den ersten Autopsien).

Am 10. Jahrestag der Katastrophe gab die indische Regierung offizielle Zahlen bekannt: 6.000 Menschen starben überwiegend an Lungenödemen, ca. 200.000 erlitten Gesundheitsschäden. Innerhalb der ersten Monate stieg die Rate der Totgeburten und Aborte an. Bei den Langzeitfolgen handelt es sich vor allem um chronische Entzündungen der Augen und Augenbindehäute (Bhopal Eye Syndrome) und Lungenaffektionen. Weltweit wurden unter dem Eindruck der Katastrophe von Bhopal Gesetzesänderungen und neue Regelwerke für die Verhinderung von Chemieunfällen erlassen, sowie Sicherheitsvorschriften und Umweltschutzgesetzgebungen verbessert. Die Fabrik von Union Carbide wurde noch 1985 stillgelegt.

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Borsalze

Borsalze sind in toxikologischer Hinsicht relativ harmlos. Ihre Giftwirkung auf Warmblüter ist äußerst gering. Die Toxizität ist vergleichbar mit der von Kochsalz. Als Symptome einer übermäßigen Einnahme können Leibschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände, Muskelzittern, Nervenentzündungen, Krämpfe und Schleimhautblutungen auftreten. Bor ist als wichtigen Spurenelement für höhere Pflanzen in Düngemiteln enthalten. Der Mensch nimmt täglich 10-20 mg Bor auf, hauptsächlich aus Obst und Gemüse.

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Bromacil

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Herbizide. 

Bromacil ist ein Vertreter der Heterocyclen mit Pyrimidin-Grundgerüst, der unter Normalbedingungen ein Feststoff ist. Bromacil wurde 1952 von DuPont eingeführt und wird als Herbizid zur totalen Unkrautbekämpfung auf Nichtkulturland und zur selektiven Bekämpfung von Unkräutern eingesetzt. Es findet auch Anwendung im Obst-, Wein- und Citrusanbau. In Deutschland besteht ein beschränktes Anwendungsverbot. Bromacil wurde vor allem von der Deutsche Bahn AG eingesetzt (Besprühung von Gleisanlagen).

Handelsprodukte: Anox WF, Hyvar X, Borocil G, Detia-Total Frankolforte, Fumicid-Unkrautvernichter, Global Unkrautfrei, Herbazid UG, Koronitol-Unex-Spezial, Krovar I, Rottal G, Total Ex-Super, Tutakorn-Streuunkrautvertilger, Ukavan-Super, Ustinex-T-Granulat.

Bromacil besitzt ein sehr hohes Gefährdungspotential für Boden und Grundwasser. In der BRD sind mehrere Grundwasserverunreinigungen bekannt, deren Sanierung EURO-Beträge in Millionenhöhe erfordert.

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BTEX: siehe auch Aromatische Kohlenwasserstoffe

Organische Verbindungen aus der Gruppe der leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Stellvertretend für diese Stoffgruppe stehen die namengebenden Verbindungen Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol. Die chemisch-physikalischen und toxikologischen Eigenschaften sind unterschiedlich, so dass für eine Bewertung auf die Einzelstoffe zu verweisen ist.

siehe:          Benzol               Toluol                Ethylbenzol               Xylol

Aromatische Kohlenwasserstoffe haben vielfältige Anwendungen und kommen z.B. in Treibstoffen, Klebern, (Nitro-) Lacken, Verdünnern und vielen anderen weit verbreiteten Produkten vor.

 

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen -

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Butylacetat

Butylacetat findet als Lösemittel in Klebern, Lacken, Farben sowie in Hilfsstoffen zur Lederverarbeitung (Lederlacke, Lederimprägniermittel) Verwendung. Typische Symptome bei erhöhten Werten in der Innenraumluft sind Schleimhautreizungen im Nasen- und Augenbereich. Butylacetat kann schon ab einer Konzentration von 20-30 µg/m3 wahrgenommen werden.

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