Das DSC-Schadstofflexikon

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Metabolismus

Umwandlung von Stoffen in lebenden Organismen (Stoffwechsel). Die dabei entstehenden Umwandlungsprodukte heißen Metabolite.

Methämoglobinämie

Mit der Bildung von Methämoglobin verbundene Vergiftung. Methämoglobin ist im Gegensatz zu Hämoglobin nicht dazu befähigt, als Sauerstoffträger zu fungieren. Der Sauerstofftransport in die Zellen  wird wie bei der Kohlenmonoxidvergiftung unterbunden und führt in fortgeschrittenem Stadium zum Tod.

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Methylbromid

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Methylbromid (Brommethan) - ein Stoff, der sowohl gegen Pflanzen als auch gegen Insekten eingesetzt wird; begründeter Verdacht auf krebserzeugendes Potential. Die Dämpfe reizen stark Augen, Atemwege, Lunge und Haut. Der Stoff schädigt die Nieren und das Zentralnervensystem des Menschen.  

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Methylisocyanat

Unter Normalbedingungen Flüssigkeit. Ester der Isocyansäure. Hochgiftig. Zwischenprodukt bei der Herstellung von Carabamaten (siehe Pflanzenschutzmittel). Ein Chemieunfall mit der Freisetzung von ca. 30.000 kg Methlisocyanat in Bophal (Zentralindien) führte 1984 zu mehreren 1.000 Todesfällen sowie Folgeschäden, von denen mehrere 100.000 Menschen betroffen waren (siehe Bophal). Typische Krankheitsbilder sind Lungenödeme, Lähmungen, Herz-/Leber-/Nieren-/Magenleiden, Erblindungen. In Tierversuchen niedrige LD50-Dosis (Ratten: 71 mg/kg).

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Mineralölkohlenwasserstoffe   siehe  Kohlenwasserstoffe

Mirex

Gehört zu: Pflanzenschutzmittel, Untergruppe Insektizide.

Gehört zu den HKW, Untergruppe SCKW.

Vertreter aus der Gruppe: „Dreckiges Dutzend“.

Weißer, kristalliner, geruchloser Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 485 ° C. Herstellung aus Hexachlorcyclopentadien. Löslich in verschiedenen organischen Lösemitteln, aber nur sehr gering in Wasser. Vergleichsweise resistent gegenüber Verbrennungsprozessen. Zur Zerstörung sind Temperaturen von weit über 700 ° C erforderlich.

Verwendung:

Als Insektizid, insbesondere gegen Ameisen und als Flammschutzmittel (Kunststoffe, Gummi, Farben etc.).

Schadwirkung:

Mirex löst in Tierversuchen neurologische Effekte aus. Weitere Wirkungen sind Leberschäden.

 

Bei Mäusen und Ratten: Karzinogen, teratogen und mutagen. Von der US-EPA (Umweltbehörde der USA) zu den obersten 10 % der für den Menschen gefährlichsten Chemikalien eingestuft.

Umweltverhalten:

Mirex ist eines der stabilsten Pestizide. Mikrobieller Abbau ist nicht bekannt, die Hydrolyse verläuft extrem langsam. Weit verbreitet in biotischen und abiotischen Umweltstrukturen.

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MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe)   siehe  Kohlenwasserstoffe

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Mollusken

Von lat. mollis = weich abgeleitete Bezeichnung für eine große Gruppe der Invertebraten, zu der die Schnecken, Muscheln und Tintenfische gehören.

 

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Molluskizide

Untergruppe der Pflanzenschutzmittel.

Von Mollusken abgeleitete Bezeichnung für chemische Mittel zur Bekämpfung von Schnecken. Die chemische Zusammensetzung der Molluskizide umfasst Stoffe aus den Gruppen anorganische Verbindungen und organische Verbindungen.

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Montreal-Abkommen

Internationale Übereinkunft, nach der die Produktion bestimmter FCKW  über das Jahr 2005 hinaus verboten ist.

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Methyl-Tert-Butyl-Ether (MTBE)

MTBE ist ein aus Methanol abgeleiteter tertiärer Butylalkohol und wird als Benzin-Additiv verwendet. Ausgehend von den USA wird MTBE als Ersatzstoff für das verbotene Bleitetraethyl auch in der BRD seit etwa 1985 dem Benzin zugemischt. Im Gegensatz zu den USA wird MTBE in der BRD jedoch in wesentlich geringeren Mengen hergestellt. So betrugen die Produktionsmengen 1998 in den USA ca. 8,8 Mio t und in der BRD ca. 0,5 Mio t.

Die MTBE-Gehalte im Benzin liegen für Normalbenzin, Super und  Super Plus bei ca. 0.2, 1.7 und 7.7 Gew. %. MTBE bewirkt als sog. Oxygenator eine vollständigere Verbrennung des Benzins und damit eine Reduktion der Kohlenwasserstoff-, Kohlenmonoxid-, Benzol- und Ozongehalte in der Luft.

MTBE besitzt aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften ein hohes Gefährdungspotenzial für das Grundwasser. Die hohe Wasserlöslichkeit von ca. 5 % führt dazu, dass sich MTBE mit der gleichen Fließgeschwindigkeit bewegt wie das Grundwasser selbst („idealer Tracer“). Mit anderen Worten finden keine nennenswerten Sorptions- oder Retardierungsprozesse statt wie bei den anderen Komponenten des Benzins (z. B. Benzol, Toluol, Xylole). Ebenso unterliegt MTBE im Gegensatz zu den meisten anderen Benzininhaltsstoffen nach dem derzeitigen Kenntnisstand keinem nennenswerten mikrobiellen Abbau. Als Folge dieses Stoffverhaltens wurden in den USA signifikante Grundwasserverunreinigungen detektiert. In einzelnen Fällen wurden sogar Trinkwassergewinnungsanlagen geschlossen. Aufgrund dieser  Entwicklung wurde der Einsatz von MTBE zwischenzeitlich in mehreren US-Bundesstatten verboten.

Schadwirkung:

MTBE ist bereits in Konzentrationen von einigen 10er µg/l für den Menschen organoleptisch wahrnehmbar (unangenehmer Geruch und Geschmack). Nach dem derzeitigen Kenntnisstand bestehen beim Menschen keine Hinweise auf karzinogene, mutagene oder terratogene Wirkungen von MTBE.

Umweltverhalten:

Über Ausmaß der MTBE-Grundwasserschäden in der BRD existieren noch keine fundkierten Erkenntnisse. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass das in den USA festgestellte Ausmaß unterschritten wird. Wesentliche Gründe hierfür sind die bessere Sicherheitstechnik und die deutlich geringeren Produktionsmengen.

Bei sanierungsbedürftigen MTBE-Grundwasserschäden  kommen am ehesten Pump and Treat-Verfahren in Frage. Aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften (polarer Stoff und niedriger Henry-Koeffizient) ist MTBE jedoch nicht mit den Standardtechnologien Aktivkohleadsorption und Strippen effektiv aus dem Wasser entfernbar. Zur Reinigung MTBE-haltiger Wässer bieten sich innovative Technologien an. Die Sanierung von MTBE-Grundwasserschäden ist deutlich teurer als die anderer Benzininhaltsstoffe (Benzol, Toluol, Xylol, Aliphatische Kohlenwasserstoffe).

siehe auch:

Verfahren zur Behandlung von MTBE-haltigem Grundwasser

Ausbreitung von CKW und MTBE im Grundwasser
 - Grundwassertransport und Fahnenlängen -

Stoffeigenschaften und Verfahren zur Sanierung von Grundwasserschäden

Verfahren zur Reinigung von mit MTBE verunreinigtem Grundwasser unter
Einbeziehung der Kosten zur Sanierung

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Minamata-Krankheit

In den Jahren 1950 – 1960 ereignete sich in der japanischen Minamata-Bucht eine durch eine Quecksilber-Vergiftung ausgelöste Krankheit. Dabei starben einige 100 Menschen. Als Ursache war methylquecksilberhaltiges Abwasser aus einer Chemieanlage in die Minamatabucht gelangt und hatte dort über die Nahrungskette zu stark erhöhten Werten in Fischen, insbesondere Thunfischen, geführt. Durch den Fischverzehr gelangte das Methylquecksilber in den menschlichen Organismus. Die Krankheit äußerte sich in schweren Niereninsuffizienzen und Schäden des Abwehrsystems (siehe Quecksilber).

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Mulluskizide

Von Mollusken abgeleitete Bezeichnung für chemische Mittel zur Bekämpfung von Schnecken.

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Mutagenität

Als mutagen bezeichnet man Stoffe, die eine irreversible Änderung bei Erbeigenschaften verursachen.

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