Das DSC-Schadstofflexikon

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Xylol

Xylol ist ein Vertreter der BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol) und gehört somit zu den leichtflüchtigen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (siehe Aromatische Kohlenwasserstoffe).

Farblose, stark lichtbrechende und leicht brennbare Flüssigkeit. Alle drei Isomere sind biologisch leicht abbaubar. Handelsübliches Xylol besteht aus einem Gemisch der Isomere o-Xylol (20 – 25 %), m-Xylol (50 – 60 %) und p-Xylol (20 – 25 %). Auf Grund der dicht beieinander liegenden Siedepunkte erfolgt zumeist keine Isomerentrennung. Xylol wird vorzugsweise aus natürlichen Kohlenwasserstoffen wie Steinkohlenteer und Erdöl gewonnen.

Verwendung:

Lösungsmittel für Alkydharze, Lacke, Emaille und Gummi. Ausgangsstoff zur Herstellung von Phthalsäure, Phthalsäureanhydrid, Terephthalsäure, Farbstoffen, Insektiziden, Pharmazeutika, Phthalonitrit, 4-4-(Trifluor-1-(trifluormethyl)ethyliden)-diphthalsäureanydrid.

Schadwirkung:

Im chronischen Experiment über 4 Monate wird bei Ratten nach Applikation von 0,005 mg/kg, 4,0 mg/kg und 48 mg/kg ein no effect level von 0,005 mg/kg ermittelt. Bereits bei 4 mg/kg treten Schädigungen der Leber und Niere und Veränderungen des Blutbildes auf. Bei dermaler Applikation von 2 und 0,2 mg/kg über 4 Monate an Ratten kommt es zu morphologischen Veränderungen der Leber und Niere, zu Blutbildveränderungen und zu Organgewichtsveränderungen bei 2 mg/kg. Bei 0,2 mg/kg sind die festgestellten Wirkungen reversibel nach Beendigung der Exposition. Bei chronisch beruflich exponierten Personen werden insbesondere Blutbildveränderungen und Leukozyten-Dysfunktionen beobachtet. Darüber hinaus sind funktionelle Veränderungen des ZNS sowie des Herz/Kreislauf-Systems festgestellt. Störungen und Schädigungen des reproduktiven Systems sind bei Ratten bei Expositionen gegenüber 5 und 500 mg/m³ Xylol nachgewiesen. Vergleichbare Ergebnisse wurden bei Mäusen bei chronischen Expositionen gegenüber 100 mg/m³, 50 – 1.000 mg/m³ 3 h pro Tag über 3 Monate ermittelt. 500 mg/m³ über 20 d sind bei Ratten embryotoxisch.

Xylol wird relativ schnell über den Respirations- und Digestions-Trakt resorbiert und im Organismus verteilt. Die neurotoxische Wirkung ist stärker ausgeprägt als bei Benzol und Toluol (Lipophilie). Akute Intoxikationen haben häufig narkotische Wirkung. Bei chronischen Intoxikationen kommt es zu Störungen des blutbildenden Systems. Der metabolische Abbau erfolgt oxidativ zu Methylbenzoesäure mit nachfolgender Ausscheidung in Form von Konjugaten (siehe Konjugate).

Umweltverhalten:

Infolge seiner Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit verbunden mit einer nur mittleren Bio- und Geoakkumulationstendenz besitzt Xylol eine relativ große Mobilität in und zwischen den Umweltsystemen. Insbesondere die hohe Flüchtigkeit ist Ursache für eine nur geringe Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Stoffes in Hydro- und Pedosphäre. Die Xylol-Eliminierung aus Oberflächenwässern ist weniger auf Abbauprozesse, sondern vielmehr auf den mit der Flüchtigkeit zusammenhängenden Übergang in die Atmosphäre zurückzuführen. Ausgehend von den physikalisch-chemischen Stoffeigenschaften ergibt sich folgende wahrscheinliche relative Kompartimentalisierung bei Xylol-Emissionen:

Luft:                              99 %
Wasser:                         0,5 %
Boden/Sediment:            0,5 %

 

Siehe auch:

Bodenluftsanierungen  Theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen

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